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Trend oder Sucht?
SMS werden für viele Jugendliche zur Kostenfalle

Kinder und Jugendliche sind auf Dauerempfang. Egal ob im Cafe oder im Bus - das Mobiltelefon liegt immer griffbereit, um blitzschnell auf die nächste SMS zu reagieren. Manche Jugendliche "versimsen" dabei ein kleines Vermögen.

Gehört das Simsen heute zum Lifestyle oder sind die Jugendlichen schon süchtig nach der elektronischen Kurzmitteilung? Grundsätzlich sei das "Simsen" ein Trend, der die ganze Gesellschaft erfasst hat - so Psychologe Peter Gross. Denn letztlich entspricht es dem menschlichen Grundbedürfnis nach Kommunikation, das bei Jugendlichen besonders groß ist. Für viele ist das Handy jedoch zur Kostenfalle geworden. Sie simsen einfach drauflos - und sind von der hohen Rechnung völlig überrascht. Mit der Kostenverantwortung sind viele Jugendliche noch überfordert - schließlich müssen sie erst noch lernen mit ihrem Budget umzugehen.

Die Sucht erkennen
Wer für mehr als 50 Euro pro Monat SMS verschickt, bewegt sich nach Einschätzung von Gross schon langsam in eine pathologische Richtung. Alles darunter gehört bei Jugendlichen und auch Erwachsenen zum Lifestyle und lässt sich ebenso dem gesellschaftlichen Druck zurechnen wie etwa Markenklamotten. Jugendlichen fällt es allerdings schwerer, sich dem sozialen Druck zu entziehen. Hier müssen die Eltern Grenzen setzen.

Anzeichen von Sucht können sein, wenn
- die Rechnungen dreistellige Euro-Summen erreichen
- der Jugendliche sich das "Suchtmittel" auf unlautere Weise beschafft, etwa indem er das Handy der Mutter klaut, weil die eigene prepaid-card leer ist
- die eigene Kontrolle nicht funktioniert und trotz mehrfacher Gespräche keine Einsicht erfolgt

Für Kinder ist eine Prepaid-Karte sinnvoll.

Verantwortung für das Budget
Damit Kinder die Kosten in den Griff bekommen, müssen sie selbst Verantwortung für die Handyrechnung übernehmen und zum Beispiel die Mobilfunkkosten mit dem Taschengeld bezahlen. Mit einer Prepaid-card kann man dem Dilemma übrigens vorbeugen: Damit haben Eltern und Jugendliche genaue Kontrolle über die Ausgaben. Ist die Karte schon früher als vereinbart abtelefoniert, müssen die Eltern jedoch konsequent bleiben, wenn der Nachwuchs vorzeitig um eine neue Karte "bettelt".

Wenn Eltern Suchtsymptome feststellen, sollten sie dem Jugendlichen das Handy entziehen - auch wenn es darüber Streit und Wutausbrüche gibt. Lässt sich auch mit Gesprächen keine Einsicht erreichen, ist es sinnvoll, sich fachmännische Hilfe zu holen. Das muss nicht heißen, dass eine Therapie notwendig ist. Die Eltern sollten einfach - vielleicht sogar zunächst ohne Beisein des Jugendlichen - einem Fachmann die Probleme schildern.

Gestörte Kommunikation?
Jugendliche, die viel "simsen", haben kein Kommunikationsproblem - sie frönen nur ihrem Bedürfnis nach Kommunikation. Dennoch könnten - nach Einschätzung von Peter Gross - durch die "Comic-Sprache" der SMS eine Sprachverarmung auftreten. Die Gewohnheit, alles verkürzt darzustellen, könnte bei Jugendlichen Schwierigkeiten hervorrufen, tiefergehende Gedankengänge zu formulieren. Hier ist die Vorbildfunktion der Eltern gefragt, Kommunikation in der Familie zu pflegen.
Quelle: Frontal21

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