Fibromyalgie – Selbsthilfegruppe
(Weichteil – Rheuma)


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Informationen Fibromyalgie

Was ist
    Fibromyalgie ?

Welche Beschwerden treten bei
    der Fibromyalgie auf ?
Wie kommt es
    zu der Erkrankung ?
Wie verläuft
    die Erkrankung ?
Wie lässt sich die
    Fibromyalgie diagnostizieren?

Der Mensch als Ganzheit - die
    Therapie der Fibromyalgie
Entspannung, Wärme und
    Bewegung
Welche Medikamente
    helfen?
Operationen müssen
    nicht sein
Akupunktur und Frischzellenkur -
    was ist von alternativen
    Therapiemethoden zu halten ?
Psychologische Hilfen und was
     Sie selbst tun können.
Tipps für den Alltag

Was ist Fibromyalgie ?

fibro = Faser
my = Muskel
algie = Schmerz
Fibromyalgie = Muskelfaserschmerz (Weichteilrheuma)

Man schätz, dass etwa 1-2% der Bevölkerung (davon 80-90% Frauen) von Fibromyalgie betroffen sind.

Schmerzen an immer wieder neuen Stellen am ganzen Körper
Schwellungen die man fühlt, aber oft nicht sehen kann
Schlaf der kaum Erholung bringt
Erschöpfung die nicht weichen will


Welche Beschwerden treten bei der Fibromyalgie auf ?

Hauptbeschwerden sind Schmerzen in vielen Körperabschnitten, fast immer an der Wirbelsäule, vor allem im Kreuz und an der Halswirbelsäule. Obwohl die Gelenke selbst nie beeinträchtigt werden, schmerzt meist der gelenknahe Be­reich, z.B. der Schulter, Ellenbogen, Hände, Knie und Sprunggelenke. Schmerzhafte Muskelverspannungen können auch am Hinterkopf und am Brustbein vorkommen und sogar in der Gesichts- und Kiefernmuskulatur.

Die Schmerzen verstärken oft bei längerem Sitzen ohne Bewegung und länge­rem Verharren in einer Lage dadurch meist auch nachts.

Häufig bestehen Ein- und Durchschlafstörungen, Müdigkeit (am Morgen wird der Schlaf nicht als erholsam empfunden), Erschöpfung und Leistungsabfall. Weitere Beschwerden können sein: Kopfschmerzen, Kloßgefühl im Hals Ge­fühlsstörung an den Händen und Füßen, Magen- und Darmbeschwerden, Menstruationsschmerzen, Herzjagen, Atemnotgefühl, Konzentrationsstörungen und allgemein erhöhte Schmerzempfindlichkeit. Hinzu kommen nicht selten see­lische Verstimmung oder Angstgefühle. Die Fülle der Beschwerden kann dazu führen, dass es Fibromyalgie-Betroffenen schwer fällt, ein „normales Leben“ zu führen.

Fibromyalgie-Syndrom -
Ein Puzzle verschiedener Symptome


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Wie kommt es zu der Erkrankung ?


Nach heutigen Erkenntnissen beruht die Entwicklung der Fibromyalgie nicht auf einer einzigen Ursache, sondern kommt durch mehrere Faktoren zustande, wobei auch eine persönliche Veranlagung eine Rolle spielt. Die Krankheit för­dern kann z.B. chronischer, schlecht verarbeiteter Streß im häuslichen Alltag wie im Berufsleben. Auch eingreifende Veränderungen im sozialen Leben, To­desfälle naher Angehöriger, psychische und/oder körperliche Überlastung, an­dere schwere Erkrankungen oder Fehlhaltungen, Bänderschwäche (Gelenk­überbeweglichkeit), starkes Übergewicht u.a. kann zu Fibromyalgie führen.

Die Fibromyalgie kann infolge anderer Erkrankungen auftreten (Sekundärer­krankung) z.B. bei einer chronischen Polyarthritis. Zur Zeit wird geforscht, ob auch biochemische Störungen im Körper für die Erkrankung eine Rolle spielen

Wie verläuft die Erkrankung ?

Das volle Krankheitsbild entwickelt sich selten in kurzer Zeit, und die Be­schwerden beginnen an einer oder zwei Körperstellen, sehr oft am Rücken, und breiten sich über Arme und Beine aus; die Schmerzen werden stärker, der Verlauf wird chronisch. Hinzu treten häufig allgemeine Beschwerden, wie etwa Schlafstörungen. Beider zweiten Patientin ist der Verlauf wellenförmig mit zeit­weiser Besserung und Verschlechterung. Im Tagesverlauf sind die Beschwer­den oft morgens am stärksten. Auch im Frühjahr und Herbst treten sie häufiger auf, vermutlich, weil die Erkrankten auf Nässe und Kälte negativ reagieren. Durch therapeutische Maßnahmen kann in aller Regel eine Besserung der Schmerzzustände und anderer Beschwerden sowie der Lebensqualität erreicht werden, wenn auch ein Teil der Beschwerden bestehen bleiben wird. Trotz des chronischen und belastenden Schmerzcharakters ist die Erkrankung nicht lebensbedrohlich und führt auch bei langem Verlauf nicht zur Gelenkversteifung oder Zerstörung an der Wirbelsäule, der Muskulatur und den inneren Organen.




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Wie lässt sich die Fibromyalgie diagnostizieren?


Viele Betroffene haben eine langjährige Odyssee von Arzt zu Arzt hinter sich, bis sie endlich die eindeutige Diagnose erfahren. Oft wurden ihre Beschwerden nicht ernst genommen oder falsche Diagnosen gestellt, weil nur bestimmte Symptome berücksichtigt wurden. Von der Fibromyalgie unterscheiden muß der Arzt Krankheiten, die auf den Rücken beschränkt sind („statisch-myalgi­sche“ Syndrome), den örtlich begrenzten Weichteilrheumatismus (z.B. den „Tennisellenbogen“), Fettgewebserkrankungen, entzündliche Weichteil- und Gelenkerkrankungen, Arthrosen, reine Depressionen, Schilddrüsenerkrankun­gen, Virusinfektionen u.a..

Die Diagnose beruht auf der genauen Erfragung der Krankheitsgeschichte und auf der körperlichen Untersuchung. Erhöhte Druckschmerzen werden an be­stimmten Körperstellen, meist an den Ansatzstellen von Sehnen gefunden. Da es bisher keine Laborveränderungen gibt, die als Nachweis für die Erkrankung gelten, dienen Blutuntersuchungen und ggf. Röntgenuntersuchung vor allem dem Zweck, andere evtl. in Frage kommenden Erkrankungen auszuschließen.



Der Mensch als Ganzheit -
die Therapie der Fibromyalgie


Da die Erkrankung nicht auf einer erkennbaren Ursache beruht, muss die Behandlung an den unterschiedlichen
Beschwerden angreifen. Sie erfordert deshalb viel Geduld und ein gutes Vertrauensverhältnis zwischen
Patient und Arzt. Als hilfreich hat sich die Zusammenarbeit zwischen Ärzten, Psychologen, Krankengymnasten
und Selbsthilfegruppen erwiesen.

Stationäre Aufenthalte in Rheuma-Fachabteilungen oder Rheuma-Fachkliniken, die Erfahrung mit der Fibromyalgie
haben, sind vor allem bei schweren Verläufen sinnvoll.

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Entspannung, Wärme und Bewegung

Bei vielen Patientinnen und Patienten besteht eine Verspannung, vor allem im Rücken, häufig auch kombiniert mit einer Fehlhaltung sowie Verkürzung der Muskeln. Dagegen ist die reine Gelenkbeweglichkeit meist ausreichend; bei manchen Patientinnen besteht sogar eine Überbeweglichkeit. Da gymnastische Übungen häufig mit Schmerzen, Überanstrengungen und somit Frustrationen verbunden sind, ist es notwendig, Bewegungsübungen sehr langsam zu begin­nen und nur langsam und vorsichtig zu steigern. Für den Erfolg ist es auch wich­tig, dass die Bewegungsübungen Freude machen (mit Musik) und nicht als „Drill“ angesehen werden.

Bedingt durch den Auftrieb wird die Bewegung auch gut im warmen Wasser (Warmbadetag im Hallenbad, Thermalbad) (siehe auch unsere Veranstaltungen) vertragen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ge­zeigt, dass Patienten mit Fibromyalgie weniger fit sind als Gesunde und vermut­lich ein durchtrainierter Körper weniger anfällig ist für fibromyalgische Be­schwerden. So macht es Sinn, leichte Bewegungsübungen mit Übungen, die die Fitness steigern zu verbinden. Auch hier muss ganz vorsichtig mit dem Training begon­nen werden, z.B. etwas flotteres gehen, Schwimmen, Fahrradfahren oder Tan­zen. Dass der Körper wirklich belastet wird, zeigt sich durch Schwitzen und Pulssteigerung.

Weiterhin gibt es viele Dehnungsübungen der Muskulatur, die nach Anleitung durch Krankengymnasten selbst durchgeführt werden können. Wird Wärme oder auch Kälte gut an schmerzenden Stellen vertragen, so kann diese Hilfe mittels warmen Vollbädern, Wärmepackungen oder aber Kältepackung auch selbständig durchgeführt werden. Teilweise haben Rückenmassagen einen be­schwerdelindernden Effekt.








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Welche Medikamente helfen?

Bei kritischer Betrachtung der medikamentösen Therapiemöglichkeiten haben Schmerzmittel (z.B. Paracetamol), wenn nötig auch stärkere Substanzen bis hin zu Opoiden oder auch cortisonfreie Antirheumatika nur bei einem Teil der Pati­entinnen oder Patienten einen Effekt. Diese Medikamente sind –wenn möglich- nicht ständig zu nehmen. Cortisonpräparate sind bei dieser Erkrankung nicht hilfreich. Leider bewirken auch sogenannte muskelentspannende Medikamente nur bei einem geringen Teil der Patientinnen oder Patienten Linderung der Be­schwerden. Die Medikamentengruppe der Antidepressiva zeigt bei gut der Hälfte der Patientinnen oder Patienten zumindest über einige Zeit Erfolge im Sinne einer Besserung des Nachtschlafes und einer Verringerung der Schmer­zen. Die Dosis ist bei der Behandlung der Fibromyalgie deutlich niedriger als im Einsatz gegen Depressionen und wird hier nicht als Antidepressivum verwen­det. Die Einnahme empfiehlt sich abends, etwa 2 Stunden vor dem Schlafenge­hen. Manchmal kommt es zu Mundtrockenheit oder starker Müdigkeit nach am nächsten Morgen. In vielen Fällen bessern sich diese Nebenerscheinungen nach einigen Tagen der medikamentösen Einnahme, sonst muss die Dosis verringert werden. Reine Schlaf- und Beruhigungsmittel sind wegen des Gewöhnungsef­fektes und wegen oft unzureichender Wirksamkeit zurückhaltend zu beurteilen und sollten nicht über lange Zeit angewendet werden. Zudem ist die Schlafqua­lität trotz Verlängerung der Schlafzeit beeinträchtigt. Neue Medikamente, die auf einer Beeinflussung von Überträgerstoffen im Gehirn (Serotonin) beruhen, sollen Schlaf und Schmerzen lindern. Sie sind derzeit in der Erprobung. Ab der Menopause kann eine Hormontherapie zur Besserung des Befindens führen, insbesondere wenn zusätzlich starke Wechseljahrbeschwerden bestehen und die Schlafqualität auch dadurch beeinträchtigt wird. Injektionen mit örtlich ver­abreichten schmerzbetäubenden Substanzen sind an sehr schmerzhaften Stellen gut wirksam und können auch wiederholt angewendet werden. Bei geringeren Beschwerden kommen auch Einreibungen in Frage. Insgesamt muss derzeit davon ausgegangen werden, dass die Erkrankung durch die genannten Maß­nahmen nur unterstützend behandelt werden kann.

Operationen müssen nicht sein.

Ein Vergleich der Operationshäufigkeit von Patientinnen oder Patienten mit Fibromyalgie und der Durchschnittsbevölkerung zeigt, dass die an Fibromyalgie Erkrankten mehr als dreimal so oft operiert werden. Vor allem Bandscheiben- sowie Bauchoperationen und gynäkologische Operationen wurden und werden sehr häufig durchgeführt. Wir wissen heute, dass die Beschwerden der Fibro­myalgie durch operative Eingriffe in aller Regel nicht beeinflusst werden und somit diese Therapie fast immer erfolglos ist.








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Akupunktur und Frischzellenkur – was ist von alternativen Therapiemethoden zu halten ?

Von den sogenannten „alternativen Therapien“ kann Akupunktur in einem Teil der Fälle zu einer zeitlich begrenzten Besserung der Beschwerden führen.

Die Kosten für alternative Therapieformen müssen meist selbst getragen wer­den.

Lassen Sie Ihren Arzt wissen, welche Behandlung Sie durchführen. Von einer Vielzahl absolut unsinniger und /oder risikoreicher Therapien sollen hier nur beispielhaft die Sauerstoff- und die Frischzellentherapie erwähnt werden.

Mit keiner der hier genannten Möglichkeiten allein wird der entscheidende Therapiedurchbruch erzielt werden können. Meist führt aber die Kombination von mehreren Maßnahmen zu einer Linderung der Beschwerden.

Psychologische Hilfen und was Sie selbst tun können.

Zu den körperlichen Beschwerden kommen nicht selten auf Grund der Einschränkungen im Alltagsleben Schuldgefühle,
verminderte Selbstwertgefühle und auch ein vermindertes Zutrauen zu den eigenen Gefühlen.
Weiterhin können Patientinnen oder Patienten zusätzlich zu den Schmerzen durch seelischen Stress, Angstgefühle
und depressive Reaktionen geplagt sein. Für diese Beschwerdeformen haben sich Gespräche mit Psychologen
oder psycho-therapeutisch erfahrene Ärzten gut be­währt. Weitere auch für die Mitbehandlung der Fibromyalgie
geeignete Verfahren sind Entspannungstechniken wie Muskelentspannung nach Jakobsen, autogenes Training,
Meditation, Biofeed back und Entspannung durch Phantasiebilder. Durch psychologische Schmerzbehandlungsmethoden
können Schmerzbewältigungs­techniken erlernen.

Die Krankheitsbeschwerden führen oft zu einer sehr deutlichen Einschränkung der täglichen Aktivität,
was sich negativ auf das Allgemeinbefinden und die körperli­che Verfassung auswirkt. Wie sich negative, d.h.
krankheitsfördernde Faktoren gegenseitig beeinflussen.

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Tipps für den Alltag

Lernen Sie den Schmerzkreislauf zu durchbrechen, evtl. mit Hilfe eines Schmerztherapeuten
Sorgen Sie für ausreichend Muße und Entspannung in Ihrem Alltag – auch das kann man in Kursen
     lernen
Achten Sie auf Erschöpfungszeichen und meiden Sie Stress-Situationen
Bringen Sie mehr Spaß und Genuss in Ihr Leben – gibt es etwas, was Sie immer schon mal tun wollten
Raus aus dem Schneckenhaus – tauschen Sie sich mit anderen Betroffenen
Probleme in der Partnerschaft ? Suchen Sie das Gespräch. Überlegen Sie gemeinsam, wie sich neue
     Wege fin­den lassen.

Die vorgenannten Artikel stammen aus einem Merkblatt über das Fibromyalgie-Syndrom von Dr. M. H. Weber, das für seine Patienten entstand. Dr. W. Brückle erweiterte dieses Informationsblatt.

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